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Stevia – Gesunder Zuckerersatz oder Marketingtrick?

Süßer als Zucker, kalorienlos und nicht schädlich für die Zähne: Das verspricht der Süßstoff Stevia, der neuerdings in Lebensmitteln auftaucht. Doch was taugt der angeblich natürliche Zuckerersatz?

Evolutionäre Vorgeschichte

Die Vorliebe für Süßes ist dem Menschen angeboren, denn die Geschmacksrichtung „süß“ deutet in der Regel auf eine Quelle mit schnell verfügbarer Energie in Form von Kohlenhydraten wie etwa Fruchtzucker hin. Bereits über die Muttermilch, die aufgrund des Milchzuckeranteils (Laktose) ebenfalls leicht süßlich schmeckt, lernt der Mensch die Süße zu schätzen, was allerdings in der heutigen Zeit nicht immer von Vorteil ist, denn Süßigkeiten sind allgegenwärtig.

Im Allgemeinen werden unter dem Begriff „Süßungsmittel“ alle Zucker, Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe verstanden, wobei sich die einzelnen Gruppen hinsichtlich des Energiegehalts, der Süßkraft, der Beeinflussung des Blutzuckerspiegels und des kariogenen Potentials unterscheiden.

Das Steviablatt im Speziellen zeigt hierbei einzigartig positive Ausprägungen.

Lebensmittelsicherheit garantiert

Stevia Zuckerersatz modys BlogEinigen „unabhängigen“ Medien greifen immer noch gerne auf alte durch die Industrie lancierte Studien aus den 60er Jahren zurück. Gar krebserregend soll der Verzehr von Stevia sein oder zur Unfruchtbarkeit führen.

Nach einer Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vom 14. April 2010 geht die Behörde davon aus, dass Stevia weder genotoxisch noch krebserregend ist und auch keine negativen Auswirkung auf die Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsorgane des Menschen hat.1

Eine Studie aus dem Jahr 2008 berichtete von Untersuchungen mit Stevia-Extrakten an Tieren und Menschen und schlussfolgerte, dass Steviosid und Rebaudiosid A (Steviolglycoside) nicht genotoxisch sind, weder in vitro noch in vivo. Die Studie fand auch keinen Nachweis einer krebserzeugenden Wirkung. ²

Unumstritten ist, dass das in der Pflanze vorkommende Steviaglycosid im Gegensatz zu Zucker von Kariesbakterien nicht zu Säure metabolisiert werden können und deshalb nicht kariogen sind. Durch die Absenkung des pH-Wertes im Mund kommt es zu einer karries- und plaguehemmenden Wirkung.

Es geht aufwärts

Aber wie sieht es im Handelsumfeld aus? Schaut man sich Märkte außerhalb der EU an, so hat Stevia seinen Siegeszug bereits seit den 70er Jahren angetreten und macht in einigen Industrieländern bereits über 40% des Zuckerersatzstoffmarktes aus. Lediglich in Deutschland verlief dieser Hype seit Zulassung der Steviaglycoside Ende 2011 etwas schleppend. Ausschlaggebend dafür war einerseits noch die Verunsicherung der Konsumenten wegen der o.g. Mythen um Stevia und andererseits wegen fehlender Produkte vertrauensvoller Marken. Es gab wohl einige Tafelsüßen mit unsäglicher sensorischer Ausprägung, aber keine Qualitätsprodukte.

Das änderte sich spätestens in 2015. Neben der großen Produkteinführung Coke Life von Coca Cola, den ersten Stevia-Kaugummis von Wrigley oder den Stevia-Bonbons von Pulmol kamen auch immer mehr Nischenanbieter mit hochwertigen Steviaprodukten. Sweevia im Tafelsüßesegment, Naturbursche Eistee, Tyranos Energiedrink und viele mehr. Die Bio-Kindertees der TeeFee verwenden sogar als Einzige das reine Blatt zur Süßung seiner Kindertees und sind somit naturbelassen.

Eine tolle Alternative

Zurück zur Ausgangsfrage. Ist Stevia eine echte Alternative oder nur ein Marketingtrick? Das reine Steviablatt ist in der Tat eine echte Alternative zu Zucker und künstlichen Süßstoffen!

Das Unternehmen nun mit der Beimischung von Steviaglycosiden bei wenig reduziertem Zuckeranteil vermeintlich ein Täuschung des Verbrauchers vollziehen ist Ansichtssache. Der Verbraucher sollte unlängst damit begonnen haben, sich mit Lebensmitteln und deren Inhaltsstoffe intensiver zu beschäftigen. Sofern künstliche Süßstoffe gänzlich durch natürliche Süßstoffe wie eben Stevia substituiert werden ist das doch ein Erfolg. Und schafft es die Industrie perspektivisch auch den Zucker vollständig zu ersetzen haben wir unser Ziel erreicht.

Ich persönlich finde es fantastisch, dass es viele neue Rezepturen mit Stevia gibt. Und, trommeln gehört zum Geschäft!

Geschichte von Stevia

Stevia rebaudiana, auch Honigkraut genannt, ist eine in Südamerika beheimatete Pflanze mit einer sehr hohen natürlichen Süßkraft. Schon seit Jahrhunderten wird sie aufgrund dieser besonderen Eigenschaft von der indigenen Bevölkerung Brasiliens und Paraguays genutzt.

Der größte Vorteil der Stevia-Pflanze: Trotz der starken Süße ihrer Blätter enthält sie so gut wie keine Kalorien. Das macht sie zum Süßungsmittel erster Wahl für alle, denen eine bewusste Ernährung genau so wichtig ist wie Genuss. Und weil Stevia zusätzlich noch zahnfreundlich ist, fliegt die TeeFee besonders auf dieses einzigartige Naturprodukt.


Der Autor

Marco RühlMarco Rühl, 37 Jahre aus Frankfurt ist Gründer der la marchante GmbH und vertreibt den ersten natursüßen Bio-Kindertee mit Stevia (www.tee-fee.de).

Nachdem meine beiden Kinder abgestillt waren, stellte sich mir immer häufiger die Frage nach der richtigen Ernährung für die beiden Zwerge. Ich merkte schon, dass ungesüßte Speisen und Getränke es ungleich schwerer hatten. Vor allem bei den Getränken half immer nur die typische Apfelschorle, damit beide ausreichende Mengen an Flüssigkeit zu sich nahmen. Irgendwie bin ich dann aber bei meinen väterlichen Recherchen auf Stevia gestoßen und habe allerlei in der heimischen Küche zusammengebraut. Anhand der Gesichtsausdrücke der Kinder konnte ich mich so in die richtige Richtung vortasten. Nachdem ich dann noch Jill durch Zufall kennenlernte – die mir schon einiges in Sachen Stevia voraus war – war unsere Rezeptur für einen Kindertee mit Steviablättern geboren.“

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2 Gedanken zu „Stevia – Gesunder Zuckerersatz oder Marketingtrick?“

    1. Die Studie zur Unfruchtbarkeit stammt aus dem Jahre 1968.
      Das Gerücht, Stevia macht unfruchtbar und wird sogar als Verhütungsmittel eingesetzt, ist purer Blödsinn. Stevia macht definitiv nicht unfruchtbar. Wäre dem so, dann wären die Indios im Paraguayischen Hochland, die Stevia seit etwa 1500 Jahren verwenden, bereits ausgestorben. Die Indianer trinken pro Tag zwischen neun und elf Bechern Mate-Tee mit Stevia und konsumieren pro Jahr rund acht Kilo Mate-Tee. Da Kinder in Paraguay der Ersatz für die bei uns vorhandene staatliche Rentenvorsorge sind, sind kinderreiche Familien dort üblich.

      Auch bei den demografischen Entwicklungen in den Ländern in denen Stevia verwendet wird, gibt es keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf Geburtenrate oder Fertilität.

      1968 haben die Forscher Planas und Kuc behauptet, dass die Indianerfrauen Südamerikas das Kraut der Stevia als empfängnisverhütendes Mittel nutzt würde, was sie mit einer Studie an Ratten belegten (Mazei-Planas, G. and J. Kuc: Contraceptive properties of Stevia rebaudiana Science 162 (1968) p. 1007).

      Die neuesten Studien die diese These widerlegen stammen u.a. von der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von 2010.

      Stevia ist also absolut unkritisch für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder!

      Süße Grüße,
      Marco von der TeeFee

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