Kinder und Allergien - Tipps für erholsammer Schlaf

Kinder & Allergien: Tipps für erholsamen Schlaf trotz Allergien

Wie sich Allergien auf unser Schlafverhalten auswirken

Immer häufiger leiden auch Kinder an Allergien. Neben veränderten Umweltfaktoren spielt hierbei auch die erbliche Vorbelastung eine große Rolle. Wie sich unerkannte Allergien auf den Schlaf auswirken und warum eine frühzeitige allergologische Diagnose bei Kindern so wichtig ist, erfahren Sie jetzt.

Warum ist erholsamer Schlaf so wichtig für Ihr Kind?

Als Erwachsener kennt man das angenehme Gefühl nach einer erholsamen Nacht mit ausreichend Schlaf. Man fühlt sich ausgeruht, strotzt vor Energie und bewegt sich gut gelaunt durch den Tag. Bei Kindern ist der Schlaf jedoch noch wichtiger, als bei einem Erwachsenen, denn: Die Schlafphase beeinflusst das Wachstum, die Intelligenz und die Abwehrkräfte. Stören ständiger Juckreiz, tränende Augen und blockierte Atemwegen den Schlaf der Kinder, hat das nachweislich Auswirkungen auf ihre Entwicklungsphase:

  • Wachstum – Kinder wachsen im Schlaf. Denn in der Tiefschlafphase schüttet die Hirnanhangsdrüse das Wachstumshormon Human Growth Hormon (HGH) aus. Bei chronischen Schlafstörungen kann es zu einer Wachstumsstörung kommen.
  • Schlaf macht schlau – Alles was das Kind am Tag erlebt, gelernt oder gesehen hat, wird im Schlaf verarbeitet. Erst nach einigen Nächten speichert das Langzeitgedächtnis die Informationen ab.
  • Starke Abwehrkräfte – Nicht umsonst heißt es „Schlaf dich gesund“. Nachts läuft das Immunsystem auf Hochtouren. Abwehrkräfte werden aktiviert und bieten Schutz gegen Infektionen.

Fehlt Ihrem Kind allergiebedingt der Schlaf, wird nicht nur das Wachstum gestört – sogar die schulischen Leistungen können nachlassen, da es von Müdigkeit und einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte geplagt ist.

Was genau ist überhaupt eine Allergie?

Eine Allergie ist eine hypersensible Reaktion gegenüber körperfremden Stoffen. Allergene, wie z. B. Pollen, Tierhaare oder Schimmel, die durch Einatmen oder über die Haut in/an den Körper gelangen, werden vom Körper als Fremdstoffe identifiziert.

Schnupfen durch Allergie - Tipps für besseren SchlafGrundsätzlich schützt das Immunsystem den Körper vor Schadstoffen und bildet spezifische Antikörper. Bei einer Allergie findet jedoch eine überspitzte Abwehrreaktion statt – und die äußerst sich dann in tränenden Augen, verstopften Nasen und Hautreaktionen. Eine Überreaktion, die äußerst unangenehm ist und in schlimmen Fällen zu unkontrollierten Schwellungen, einem anaphylaktischen Schock und sogar zum Tode führen kann.

Allergien im Überblick

  • Pollenallergie – Pollen von Sträuchern, Gräsern, Bäumen und Getreide gelangen über die Atemwege in den Körper. Bereits im Februar beginnt die Pollensaison für Allergiker mit Haselnuss und Erle.

Die Symptome: Schnupfen, geschwollene Schleimhäute, Juckreiz, Niesattacken, gerötete Augen.

  • Tierhaarallergie – Allergene von Tierhaaren können noch Stunden, nach ihrer Freisetzung in der Luft schweben. Wenn sie eingeatmet werden, führen sie zu Beschwerden.

Die Symptome: Schnupfen, Niesen, Juckreiz und Husten.

  • Nahrungsmittelallergie – Nach der Nahrungsaufnahme entstehen allergenspezifische Antikörper. Besonders Nüsse, Hühnerei, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und einige Gemüse -beziehungsweise Obstsorten, wie z. B. Apfel und Sellerie werden oft nicht gut vertragen.

Die Symptome: Juckreiz (Neurodermitis), Hautrötungen, Husten, Magen-Darm-Beschwerden und Atemnot aufgrund von Schwellungen.

  • Hausstaubmilbe – Milben gehören zu den Spinnentieren. Sie leben bevorzugt in Matratzen. Hauptallergenquelle ist der Kot der kleinen Tierchen – die feinen Partikel werden über den Atem aufgenommen.

Die Symptome: Dauerschnupfen, chronisch verstopfte Nase und Husten.

Insbesondere die Hausstauballergie ist bei vielen Menschen für die allergischen Reaktionen im Schlafzimmer verantwortlich. Oft nehmen Betroffene fälschlicherweise an, gegen die Daunen in der Bettwäsche allergisch zu sein. In der Tat sind es jedoch die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe, die für die Allergie verantwortlich sind. Eine echte Daunenallergie ist tatsächlich in den wenigsten Fällen vorhanden!

Hilfreiche Tipps für erholsamen Schlaf trotz Allergie

Es gibt zahlreiche Medikamente, die bei Allergien eingesetzt werden, um die Symptome zu lindern. Befolgt man zusätzlich einige Kleinigkeiten, können die Symptome eingegrenzt werden, um dem Kind einen erholsamen Schlaf zu ermöglichen.

Gegen Pollen:

  • In der Pollenzeit sollte man Kindern, bevor sie zu Bett gehen, die Haare waschen, da sich dort Pollen verfangen und den Schlaf stören.
  • Kleidung, die tagsüber getragen wurde, sollte außerhalb des Schlafbereichs aufbewahrt werden.
  • Die Wäsche nicht im Freien trocknen, Pollen können sich andernfalls in der Kleidung festsetzen.
  • Haustiere vom Kinderzimmer fern halten.
  • In Städten ist es ratsam zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr morgens, in ländlichen Gegenden zwischen 19.00 Uhr und 24.00 Uhr zu lüften.
  • Ein Pollengitter im Fenster bietet zusätzlichen Schutz.
  • Ausflüge und Spaziergänge mit Kindern sind besonders nach Regenfällen zu empfehlen, weil die Pollenbelastung dann am niedrigsten ist.

Gegen Hausstaubmilben:

  • Hier hilft bereits regelmäßiges Lüften – Tipp: dreimal täglich Stoßlüften.
  • Die Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer sollte unter 50% gehalten werden.
  • Richtiges und häufiges Staubsaugen, am besten mit einem feinen Partikelfilter.
  • Ebenso wichtig ist es, Staubfänger zu vermeiden. Verstauen Sie Bücher beispielsweise in geschlossenen Regalen.
  • Kuscheltiere sollten regelmäßig gewaschen oder über Nacht ins Gefrierfach gepackt werden.
  • Benutzen Sie Baumwollhüllen- und Füllungen aus Schaf-Schurwolle.
  • Wenden Sie die Matratze mindestens 4x pro Jahr.
  • Besorgen Sie milbendichte Bezüge.

Weitere nützliche Maßnahmen im Kinderzimmer

Tipps für erholsammen Schlaf trotz AllergienKinder reagieren empfindlicher als Erwachsene. Demzufolge kann bereits eine geringe Schadstoffkonzentration Auslöser für eine Allergie sein. Sogar Raumluft kann eine Ursache für Schnupfen oder Juckreiz sein. So sondern beispielsweise Möbel mit einer behandelten Oberfläche chemische Dämpfe ab. Die enthaltenen Schadstoffe gelangen in geringster Konzentration, dafür jedoch über einen längeren Zeitraum in die Luft und werden von den Kindern eingeatmet.

Generell sollten für das Kinderzimmer deshalb nur unbehandelte Möbel aus Massivholz angeschafft werden. Es ist ratsam, schonend verarbeitete Materialien auszuwählen, um potenziellen Allergenen vorzubeugen. Insbesondere Zirbenholz hat eine schlaffördernde Wirkung, da die Inhaltsstoffe im Holz und Harz für einen entspannten und beruhigenden Schlaf in der Nacht sorgen.

Zusammengefasst bedeutet das für Sie als Elternteil, die Einflussfaktoren der Allergieauslöser für Ihr Kind möglichst gering zu halten. Schonende Ernährung, naturbelassenes Mobiliar, regelmäßiges Putzen und Lüften können Symptome, wie z. B. Juckreiz, Niesen, Schnupfen und Husten eindämmen. So ist der Schlaf wieder ruhig und erholsam.


Der Autor:

Hannes-Bodlaj-Hannes Bodlaj ist Geschäftsführer vom Zirbenbett Onlineshop LaModula aus Villach. Bei LaModula dreht sich alles um „Besser schlafen und gesünder wohnen“. Das kompetente Team rund um Hannes Bodlaj steht seinen Kunden mit großem Engagement mit Rat und Tat zur Verfügung.

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Ein Gedanke zu „Kinder & Allergien: Tipps für erholsamen Schlaf trotz Allergien“

  1. Es gibt Matratzenmaterialien, die sich für Allergiker generell besser eigenen als andere. So z.B. Matratzen mit Federkern, da sie eine bessere Durchlüftung haben und Latexmatratzen, da Latex schon an sich leicht antibakteriell wirkt und nicht anfällig für einen Milbenbefall ist. Allerdings wirken reine Latexmatratzen sehr punktelastisch, was für Kinder, derren Wirbelsäule eher noch gerade ist, nicht günstig ist. Der Matratzenhersteller „Allnatura“ bietet z.b. eine Latexmatratze speziell für Kinder in einem härteren Grad an.

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